Freitag, 4. Februar 2011

*07* Die letzten Kamele des Mubarak



Lieber Frey,

als Mubarak seine Donnerstags-Schlägerei auch mit einem letzten Kamel bestritt, das seine Kavallerie auffüllte, um den Tahir-Platz zu erobern – auf solch einem  Exemplar saß, um politische Ziele zu erreichen, das letzte Mal, vor 100 Jahren, der Thomas Edward Lawrence, um Palästina gleichzeitig Arabern und Juden als Heimstatt zu versprechen – feilte ein anderes Kamel in der Chefredaktion des ZDF noch an der Chefkommentar-Zwangsjacke, die es in den Abendnachrichten, weisungsgemäß seinem Publikum überzustülpen hatte.

Ausgerechnet dich werden die Ägypter noch als Ersatz-Gouvernante nach irgendeiner Erlaubnis fragen, was am Ende ihrer Revolution frey-fromm herauskommen darf. Es ist ein hartes Brot, das ein Soldschreiber isst und wir wissen nun, warum die CDU in der Redaktion keinen Journalisten duldete, sondern unbedingt auf einem Kamel bestand. Über das schon der alte Dichter Majakowski in seinem Tierbilderbuch reimte (von mir leicht aktualisiert):

DIES HIER IST EIN KAMEL, ES TRÄGT
CDU-LASTEN UNENTWEGT,
LÄUFT DURCH DIE REDAKTION GESCHWIND,
FRISST BRÖTCHEN, DIE SEHR STACHLIG SIND,
ES SCHUFTET SCHWER UND RASTET NIE:
IST EIN KAMEL, EIN ARBEITSVIEH

Mit bestem Christlembrüdergruß,

Sybilla Engels
  

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