Mittwoch, 2. Februar 2011

*05* Endzeit-Hochrechnung: Fakten 1


In 2004 fertigte ich aus 4 Zahlen des Fischer-Weltalmanachs der Jahresbände 2004 und 1994 eine Hochrechnung des Pro-Kopf-Bruttosozialprodukts der Volksrepublik China und der USA, gestützt auf den Entwicklungszeitraum 1991-2001. Ziel:
(1) In welchem Jahr erreicht das BSP beider Staaten bei der unterschiedlich schnellen Entwicklung des BSP Gleichstand?
(2) Welche gemeinsame Größe wird das BSP dann haben?

Diese Daten übersandte ich vor der Bundestagswahl 2005 dem Vorstand der SPD und speziell dem Generalsekretär Benneter, mit dem Ziel, die Kraft ihrer Argumente gegen Sozialabbau, zur Zerschlagung der Lügen über das Demographie/Rentenproblem zu stärken. Der Vorstand befand die Zahlen „krude“; der Generalsekretär immerhin „interessant“. Benutzt, eigenständig aufgearbeitet, wurden sie nicht. Die SPD verlor die Wahl.

Im Oktober 2005 übermittelte ich die Zahlen der sozialdemokratischen „Westfälischen Rundschau“ in Dortmund, mit der Frage, ob diese denn in ihr „Fakten-Veröffentlichungs-Gewissen“ passen würden. Schweigen, das aus den Bemerkungen Scholl-Latours folgt: Ein Journalist, der die Wahrheit sagt, dessen Karriere ist sofort beendet.

In diesem Skript, das ich „Fakten 1“ titelte, finden sich einige Bemerkungen über die zu erwartenden inneren Auseinandersetzungen in - und zum Schicksal der Neo-Versailles-Missgeburt Maastrichtistan, alias der Europäischen Union. Und über Endzeit-Aspekte, die aus dem zu erwartenden materiell-ökonomischen Reichtum kommen und aus der Überpopulation dieser Erde.

Man sieht heute, dass mit der Methode und dem Fundus des Marxismus das Wesentliche richtig vorhersehbar ist. Das Wetterleuchten der ökonomischen Todeskrise von 2007/2009 des dem Untergang geweihten Kapitalismus und der aktuellen Nordafrikanischen Revolution weist das nach. Nicht alle Aspekte aus „Fakten 1“ sind buchstabengetreu realisiert. Die Entwicklung Chinas hat sich beschleunigt. Jedermann kann das an Hand neuerer Zahlen des Almanachs selbst überprüfen. China ist bereits zur Lokomotive der Weltökonomie geworden. Der weithin „milde“ Verlauf der Krise im Kapitalismus beruht darauf. Der numerische Gleichstand des BSP wird früher erreicht werden. Und ein ganz besonders gravierendes Faktum ist: Wenn man als Ausgangszahl dieser Entwicklung das BSP Chinas von 1978 betrachtet (1978, Beginn vorsichtiger Tastversuche des Neuen durch Deng), dann ist das eine schallende Ohrfeige für den schlafmützigen Moskauer Marxismus: Nach 29 Jahren Kopie dieser Sorte Planwirtschaft durch Peking konnte China nicht einmal 40% des BSP der Papua-Steinzeit-Kopfjäger vorweisen, die gerade aus der Kolonialsklaverei entlassen worden waren.  

FAKTEN 1

Unter „Fakten“ („Conti will die 40-Stunden-Woche“) brachten Sie solche über den Raubzug des Kapitals und wie er von der IG Metall, „wegen der Faktenlage“, stets abgesegnet wird. Ich übermittle Ihnen 4 Zahlen über des BSP der USA und der VRC in den Jahren 1991 und 2001, zu finden im „Fischer Weltalmanach ZAHLEN DATEN FAKTEN“ der Jahre 1994 und 2004. Benneter, dem ich diese Fakten, plus der Hochrechnungen aus ihnen, im Juli übermittelte, fand sie interessant, doch könnte er wegen des Wahlkampfs nicht darauf eingehen. Sie hätten der Position der SPD jedoch ein viel größeres Gewicht gegeben. – Ich bitte Sie, zu prüfen, ob diese Fakten in Ihr Fakten-Veröffentlichungs-Gewissen hinein passen. (An die WR Dortmund gerichtet).


Land
1991 = k
2001 = K
K/k = qn
q
p
VR China
   370
   890
2,405
1,0917
9,17 %
USA
22.240
34.280
1,541
1,0442
4,42 %

Werte Pro-Kopf BSP (k und K) in US-Dollar

Aus den 4 Zahlen lassen sich berechnen, der Wachstumsfaktor q und der Wachstumsprozentsatz p für das betrachtete, zurückliegende Jahrzehnt. Ferner die Zeit in Jahren ab 2001, in der der Gleichstand zwischen dem BSP Chinas und dem BSP der USA erreicht wird: 82 Jahre ab 2001, also das Jahr 2083, oder in 78 Jahren ab heute. Schließlich eine Kontroll-Rechnung, mit der auch die Größe des Pro-Kopf-BSP von Chinesen und Amerikanern im Jahr 2083 festgestellt wird: 1,2 Millionen Dollar. Eine solche Hochrechnung ist cum grano salis zu verstehen; doch ist das genau die Methode des renommierten Prognos-Instituts Basel. In erster Näherung stimmen also die berechneten Ökonomie-Kennziffern ebenso, wie die Demografie-Daten, mit denen die Kapitalisten-Mafia ihren gegenwärtigen Raubzug gegen die Rentner und die Aufhetzung der jungen Generation gegen die Rentner bestreitet.

Folgerungen:

1) Es gibt weder ein Renten-, noch ein Schuldenproblem. Die Renten der Zukunft, und die 14.000 € Schulden, mit denen jedes Kind gegenwärtig ins Leben hinein geboren wird, sind aus der Westentasche zu bezahlen, ohne Sozialstaatsvernichtung und ohne CDU-Kinderproduktion. Der Umfang von produzierten Gütern und Dienstleistungen hängt ab von der Ausstoßfähigkeit der Automaten-Industrie und der Güte der Computertechnik und nicht von der afrikanischen Sicht der Kinderzahl zur Erhaltung ihrer Eltern. Mit 1 % an Menschen ernähren die Rest-Bauern 100 % der Gesellschaft überreichlich. In 60 Jahren wird – lt. Fachmann Opuschinski vom ZDF - der Industrie-Facharbeiter genau so selten anzutreffen sein, wie heute der Bauer auf dem Feld.
2) Die gegenwärtige Agonie des Kapitalismus kann überwunden werden, mit weiteren, noch viel größeren Staatsaufträgen auf Pump (wie es logisch allein nach Keynes geht – dem sich Lafontaine angeschlossen hat -, der vor 30 Jahren – „es gibt ein Instrumentarium!“ – hoch gelobt wurde und jetzt als „Sozialromantiker“ verhöhnt wird, damit der Raubzug geräuschlos über die Bühne geht) zur Behebung des maroden Straßennetzes, der verkommenen Schulen, der Forschung, der Altenpflege, kurz aller notwendigen Dinge, mit denen der Kapitalismus im Alleinlauf niemals fertig wird. Selbst wenn zu diesem Zweck die Staatsquote sukzessiv von 50 auf 80 % angehoben wird, sind die Menschen (vom aktiven Arbeiter bis zum letzten Rentner) in 80 Jahren zehnmal reicher als heute. Soviel auch zu der beklagten Situation der jungen Generationen.
3) Die Stabilitätskriterien der Europäischen Union haben zur Misere der leistungsfähigsten Volkswirtschaften geführt. Die Kohl-Regierung sagte vorher richtig, eine gemeinsame Währung ohne einen gemeinsamen Staat, sei heller Wahnsinn. Die Misere hat uns der Fuchs Mitterand beschert, der seine Zustimmung zur deutschen Einheit mit Maastricht verknüpfte. Damit wollte er Deutschland klein halten. Seinen Landsleuten empfahl er deshalb (in „Le Figaro“) die Annahme damit: „Maastricht – das ist ein Versailles ohne Krieg“. Findet die Europäische Union in dieser Lage keine vernünftige Antwort, werden sich die Nationalstaaten bald irgendwann mit dem Schrei: „Rette sich, wer kann!“ aus dieser Institution befreien. Die USA zeigen, dass die leistungsstarken nationalen Volkswirtschaften intakt bleiben müssen.
4) Sieht man von der solcherart bewirkten Misere Europas ab, so ist vernünftigerweise anzunehmen, dass alle G7-Staaten das Wirtschaftswachstum der USA und der VRC erreichen können. Das impliziert: Mindestens 3 bis 4 Milliarden Menschen werden um 2080, vom Säugling bis zum Greis, über ein BSP von 1 Million Dollar verfügen. Sie müssten vernünftigerweise (bis auf einen Marginalitätsrest von 3 % der Bevölkerung), nicht mehr arbeiten: Jeder besitzt ein Bill-Gates-Alptraumhaus und eine private Jacht zum beliebigen Freizeitschippern in der Südsee. Die Probleme der Zukunft kommen deshalb nicht aus der Armut, sondern aus dem erzielbaren Reichtum: Der potentielle Reichtum ist in Materialien so nicht mehr herstellbar. Kein Hafen der Welt kann die Freizeitschiffe fassen, ohne Europa usw. „wegzubaggern“. Die Probleme kommen nicht aus fehlenden Populationszahlen, sondern aus der Überpopulation der Erde.
5) Unsere technische Zivilisation ist am Ende ihres Weges angelangt. Die Vorräte an Eisen reichen (ebenfalls nach dem Fischer-Almanach) noch für weitere 300 Jahre, „bei gegenwärtigem Verbrauch“. Es kann damit gerechnet werden, dass allein China diesen Vorrat bis 2080 verbrauchen wird. Keine technische Zivilisation ohne Maschinenbau. Maschinenbau ist heute immer Elektro-Maschinenbau. Diesen gibt es nicht ohne schaltbare Magnetflüsse im allein magnetisch leitenden Ferrum. Ersatzstoffe dafür kann es nicht geben. Der erschlossene Magnetismus der „Seltenen Erden“ (Lanthaniden) ist beschränkt auf Stator-Permanent-Magnete für Servo-Motoren: Es sind klobige, unpräzise zu bearbeitende Stücke von Steingut-Charakter. Geschlossene Materialkreisläufe für Eisen wird es nicht geben: Wir verlieren die verbauten Vorräte schnell wieder zuverlässig durch Korrosion. Deshalb wären solche Kreisläufe nicht mal in einem Orwellschen Horror-Staat realisierbar.
6) Die Existenz der Menschheit, 5 Milliarden Jahre vor der ihr durch die Dauer der Existenz des Sonnensystems gegebenen absoluten Schranke, steht in diesem Jahrhundert bereits zur Disposition. Die Wirbelsturm-Bilanz dieses Jahres, und die „Aufstallungspflicht“ für Hühner (beides ebenfalls in der heutigen WR-Ausgabe zu finden) – auch das krause Deutsch der Bürokraten - zeigen das Ende von einer anderen Seite her an. Die Letalitätsphase unserer Gattung ist bereits angebrochen. Wir verdanken sie, wie Koestler („Der Mensch – Irrläufer der Evolution“) darlegte, dem Widerspruch zwischen unserer technischen Hochintelligenz und der absoluten Doofheit, sozial damit in der richtigen Weise umzugehen. Marx und seine jetzigen chinesischen Jünger versuchte/versuchen dieser Konsequenz mit einiger Rationalität zu begegnen, indem er die Geschichtsgesetze heraus arbeitete, wovon sie sich leiten lassen. Dieser Versuch der Rettung in letzter Minute kommt offensichtlich viel zu spät. Auch das ist in den Geschichtsgesetzen eingeschlossen: Die Entwicklung der exakten Wissenschaften vollzieht sich in logisch/chronologischen, unvermeidbaren Stufen. Vor der Soziologie entsteht die Mechanik. Ihre exaktwissenschaftlichen Grundlagen wurden vor 300 Jahren geschaffen. Marx’ Einsichten sind 150 Jahre alt. Vor 300 Jahren aber war die Erde, nach Haber („Eiskeller oder Treibhaus“) schon hoffnungslos übervölkert. Das auf diese Weise gegebene „Abkratz-Gesetz“ unserer Gattung war zu Marx’ Zeiten noch nicht erkennbar und jetzt liegt es offen zutage. Wieder - gesetzmäßig – („Gesetz der ungleichmäßigen Entwicklung von Lebewesen, ihrer geistigen Fähigkeiten, ihrer Sozialverbände“ – womit besonders der Kommunismus wegen seines Egalitätsanspruchs sein Kratzen hatte, bis die Chinesen das mittels ihrer alten Kulturerfahrungen entwirrten) werden die Gesetzmäßigkeiten von der Mehrheit der Spatzengehirne „abgelehnt“, was sie nicht aus der Welt schafft.




Anlage: Elementare Rechnung
K/k = qn     n = 10 (Jahre)
log q = (log qn)/n
q = 1 + p/100
p = Prozentsatz (Durchschnittlicher jährlicher Zuwachs)

log BSP-USA-2001 + x . log q-USA =
= log BSP-China-2001 + x . log q-China

log 34.280 + x . log 1,0442... = log 890 + x . log 1,0917...

4,53.504.081.325 + x . 1,87.906.030.340 . 10-2 =
= 2,94.939.000.664 + x . 3,81.188.282.572 . 10-2

4,53.504.081.325 – 2,94.939.000.064 =
= x . (3,81.188.282.572 . 10-2 – 1,87.906.030.340 . 10-2)

1,58.565.080.661 = x . 1,93.659.050.321 . 10-2

    1,58.565.080.661
x = ---------------- = 81,9 ~ 82 Jahre
    1,93.659.050.321

Kontrollrechnung und BSP-Resultat in 82 Jahren:

34.280 . 1,04.421.662.42682 = 1.190.886
   890 . 1,09.173.900.86782 = 1.188.869

22.10.05





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